„Wir stellen fest, dass immer mehr gesellschaftliche Gruppen finanziell, rechtlich und im öffentlichen Diskurs unter Druck geraten", erklärte Markus Lausch - Leiter der Einrichtung Freiburg - den Anlass des Fachtags. „Ob im Umgang mit straffällig gewordenen Menschen, in der Debatte um Pflege und Alter, bei Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, oder im Migrationsrecht. Immer wieder geraten dabei Würde und Respekt gegenüber dem Einzelnen in den Hintergrund.“
Als Referent konnte Dr. Stefan Marx gewonnen werden, der seit vielen Jahren zum Thema Scham forscht und mit Berufsgruppen arbeitet, die im engen Kontakt mit Menschen stehen – darunter Lehrkräfte, Pflegekräfte, Sozialarbeitende, Richter*innen, Mediziner*innen sowie Mitarbeitende im Justizvollzug.
Dr. Marx näherte sich dem Thema nicht abstrakt, sondern arbeitete praxisnah mit den Teilnehmenden. Methodisch wurde dabei auch der Zugang über eigene Erfahrungen und persönliche Bezugspunkte zur Scham gewählt – ein Ansatz, der es ermöglichte, die Bedeutung von Würde und Scham im beruflichen Alltag konkret und nahbar erfahrbar zu machen.
Der Fachtag bot Raum für fachlichen Austausch, gemeinsame Reflexion und die Stärkung einer Haltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt – unabhängig von seiner Lebenslage.