BGBW beim Deutschen Präventitionstag in Hannover

Am 13. und 14. April 2026 fand im Hannover Congress Centrum der 31. Deutsche Präventionstag statt – der weltweit größte Fachkongress für Kriminal- und Gewaltprävention. Rund 3.000 Fachleute aus etwa 30 Ländern kamen zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze auszutauschen. Das diesjährige Schwerpunktthema lautete: „KI in der Prävention".
Die BGBW vor Ort – mit Stand und Vortrag
Die Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württemberg war mit einem eigenen Informationsstand vertreten und konnte dort zahlreiche Gespräche mit Fachkolleginnen und -kollegen aus Justiz, Sozialarbeit, Polizei und Wissenschaft führen. Es war eine gute Gelegenheit, unsere Arbeit sichtbar zu machen und uns mit anderen Akteuren der Präventionslandschaft zu vernetzen.
Ein besonderes Highlight: Am Dienstag, den 14. April, durften wir einen Speedvortrag unter dem Titel „KI in der Straffälligenhilfe: Chancen und Risiken" halten. In dem kompakten Format ging es um die Frage, welche Rolle Künstliche Intelligenz – insbesondere große Sprachmodelle – in der justiznahen Sozialarbeit spielen kann und welche Hürden dabei noch zu bewältigen sind.
Vorsichtig optimistisch: Potenziale erkennen, Risiken ernst nehmen
Die zentrale Botschaft des Vortrags spiegelt auch unsere Haltung als Organisation wider: KI bietet echte Potenziale, um uns bei unserer täglichen Arbeit zu unterstützen. Dokumentationsaufgaben, Recherchen, die Aufbereitung von Informationen für Berichte: in vielen Bereichen könnten intelligente Werkzeuge uns entlasten und mehr Raum für das schaffen, was im Kern unserer Arbeit steht: die Begleitung und Unterstützung unserer Klientinnen und Klienten auf ihrem Weg in ein straffreies Leben.
Gleichzeitig wäre es fahrlässig, die Risiken auszublenden. Themen wie algorithmische Verzerrungen (Bias), Datenschutz, die Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen und die Frage, wie viel Verantwortung an technische Systeme delegiert werden darf, sind noch lange nicht abschließend geklärt. Gerade in einem so sensiblen Arbeitsfeld wie der Straffälligenhilfe - wo es um Lebensverläufe, Grundrechte und zweite Chancen geht - brauchen wir besonders sorgfältige Rahmenbedingungen, bevor solche Technologien zum Einsatz kommen können.
Was wir mitnehmen
Der Präventionstag hat eindrücklich gezeigt, dass die Diskussion über KI in der Prävention und Justiz in vollem Gange ist. Viele Akteure experimentieren, manche sind schon weiter, andere stehen noch am Anfang. Für uns als BGBW war die Teilnahme ein wichtiger Impuls: Wir wollen das Thema aktiv mitgestalten, statt nur darauf zu reagieren.
Die zahlreichen Gespräche an unserem Stand, das Interesse am Speedvortrag und der fachliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland haben uns darin bestärkt, diesen Weg weiterzugehen - mit der nötigen Sorgfalt, aber auch mit dem Mut, Neues auszuprobieren.